We Ruin Wissenschaft

Wissenschaft bringt die Menschheit voran. Oder? Leider haben Wissenschaftler auch das Rassendenken erfunden, sind Verantwortlich für Sexismen, haben schon einige menschenverachtende, grausame Dinge im Namen der Wissenschaft getan und allgemein stützt sich die Wissenschaft häufig nur auf Wissen von weißen Männern. Außerdem ist die Finanzierung von Forschung intransparent, die Bezahlung von Wissenschaftlern oft schlecht und die von Wissenschaftler*innen noch schlechter. Warum das so ist und was uns daran aufregt, hört ihr bei Spotify, iTunes oder hier.

Quellen:

Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft: Der dritte Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs ist voller Zahlen und hard facts zur Situation von Nachwuchswissenschaftler_innen in Deutschland. Der Spiegel beleuchtet die Arbeitsbedingungen von Doktoranden und erklärt, warum nicht jedes Stipendium seinen Namen verdient. Zeit Campus fasst die Problematik der befristeten Verträge in der Wissenschaft zusammen. Die Zeit erklärt, was das Problem an den Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft ist und warum Leute das trotzdem machen. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetzt wird hier verständlich erklärt. Der Spiegel schaut ein Jahr nach dem neuen Wissenschaftszeitvertragsgesetz, was sich bisher verändert hat (Spoiler: nicht viel). 

Gender und ChancenEine Studie hat festgestellt, dass es auch der der Bezahlung von Profs einen Gender Pay Gap gibt. Wieso wir für die Gleichstellung an Universitäten auch über die Männer in der Wissenschaft sprechen müssen & warum sie Einladungen zu all male Konferenzen ablehnen sollten. Frauen treten seltener als Expert*innen in der Öffentlichkeit auf als Männer und warum Anna-Lena Scholz das problematisch findet.  Eine Übersicht zu Frauenanteilen in der akademischen Laufbahn. Hierher kommt Philines Abfuck-Moment über Prof. Dr. Tonio Walter und dessen Meinung über Frauenförderung in der Wissenschaft.

Sexismus: Wie Freud auf sexistische Art und Weise Menschen mit Vulva Aspekte ihrer Sexualität abgesprochen hat, könnt ihr in der Graphic Novel „Der Ursprung der Welt“ von Liv Strömquist nachlesen. Es wird auch in diesem Artikel des SZ Magazin über den Vibrator „Womanizer“ erwähnt. Wer Bock hat, sich richtig aufzuregen, kann hier sexistische Zitate von Wissenschaftlern und Schriftstellern nachlesen. In der Pharmazeutischen Zeitung  und im Deutschen Ärzteblatt kann man nachlesen, welche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der medizinischen Behandlung und Forschung gemacht werden bzw. nicht gemacht werden und welche Auswirkungen das auf die Gesundheit haben kann. 

BildungsungerechtigkeitDiese Unicef-Studie beschäftigt sich mit der Bildungsgerechtigkeit in 41 Industrieländern. Deutschland landet auf Platz 23. In der taz wird gegen den NC als Zulassung zum Studium argumentiert. 

Studieren: Die taz fordert mit Blick auf die steigenden Zahlen von psychischen Erkrankungen unter Studierenden weniger Druck im Studium. Außerdem hat die taz 2015 aufgeschrieben, wie ungeregelt der Zugang von Geflüchteten an Unis abläuft. 

Bafög: Die taz beschäftigt sich  mit der geplanten Bafög-Erneuerung und fasst die Kritik daran zusammen. Bei Krautreporter wird Kritik am Bafög geübt. 

Finanzierung: Wie die Finanzierung von Universitäten funktioniert, erklärt die Hochschulrektorenkonferenz. Wie viel ein Studiengang überhaupt kostet, erfahrt ihr hier. Die Zeit gibt in dieser umfassenden Recherche einen guten Überblick über die von der Wirtschaft geförderten Professuren in Deutschland. Die taz schreibt hier kritisch über den von LIDL geförderten Bildungscampus Heilbronn. Um den Einfluss von Wirtschaft auf die Forschung geht es auch im Interview mit Christian Kreiß, dem Autor von „Gekaufte Forschung“Auf Seite 9 dieser Publikation von Transparency International findet ihr eine Grafik zur Entwicklung von Drittmittelgebern an deutschen Unis. In dieser Übersicht über Verknüpfungen einzelner Hochschulen zur Wirtschaft wird aufgeschlüsselt, welche Stiftungsprofessuren bekannt sind, wie viele Drittmittel woher kommen, etc. Die Bertelsmannstiftung unterstützt die eigenen Konzerninteressen mit ihren Forschungen zur digitalisierten BildungDass die TU München zu einem der rennomiertesten Forschungsstandorte zählt, liegt unter anderem an den Fördergeldern von Google, Nestlé und VW. Der Staat kommt seiner Pflicht nicht mehr nach, wenn der Wirtschaft die Finanzierung so sehr überlassen wird, meint dieser Kommentarschreiber.  Fließen in den letzten Jahren weniger Gelder in die Wissenschaft? Ob das stimmt und welche Auswirkungen das auf die Unis hat, steht in diesem taz Artikel.

Zivilklausel/Forschung für Rüstungsunternehmen: Der Fluter berichtet wie an der Uni in Bremen für Rüstungsunternehmen geforscht wurde. Der Bremer Hochschulrektor widerspricht den Vorwürfen. Hier findet ihr Infos rund ums Thema Zivilklausel: Warum die so wichtig ist und welche Unis sie schon haben. Die Uni Kassel hat eine Doku über ihren Kampf um eine Zivilklausel gedreht, es gibt am Beispiel dieser Uni auch ein Pro und Contra Zivilklausel. Hier findet ihr eine Übersicht über Verstöße gegen Zivilklauseln an deutschen Unis. Auch das US-Verteidigungsministerium fördert Rüstungsforschung an deutschen Unis. Hier wird erklärt, was dual-use bedeutet und warum die Grenzziehung zwischen ziviler und militärischer Forschung manchmal nicht leicht ist.

Kanon: Die taz schreibt über Berliner Studierende der Wirtschaftswissenschaften, die sich mehr Pluralität in ihrer Lehre wünschen.

Hierarchien und Machtgefälle: Der Spiegel fasst die Problematik von Machtgefälle und daraus resultierenden Übergriffe an Unis zusammen. Hier wird erzählt, warum Jocelyn Bell Burnell trotz einer bahnbrechenden Entdeckung nicht den Nobelpreis bekam, sondern ihr Vorgesetzter.

Integrität von Wissenschaftler*innen: Bei Deutschlandfunk Kultur wird am Beispiel von Klimaforscher*innen die Frage gestellt, wie politisch Forschende sein sollen oder dürfen. 

Postkolonialismus: Taiina erzählt im Podcast von Arturo Escobars Theorie der „Hegemonie der Entwicklung“ – nachzulesen in „Hegemonie der Entwicklung“ von 1992. Im Podcast weist Taiina auch darauf hin, dass Forschung von den Untersuchten nicht immer gewünscht sind und führt beispielhaft eine Forschung von Alison Jones und Juni Jenkins an. Nachlesen könnt ihr das in diesem Text: „Rethinking Collaboration – Working the Indigene- Colonizer Hyphen“.

Rassismus: Die Geschichte der Erfindung des Rassismus erzählt ZEIT ONLINE – in diesem Artikel hat Taiina auch das rassistische Zitat des Philosophen Immanuel Kant gefunden. Dieses zweiteilige Feature des Deutschlandfunks über Rassismus in der Wissenschaft beginnt mit Laras Abfuckmoment. In ihrem Buch „Deutschland Schwarz Weiss“ beschreibt Noah Snow nicht nur, mit welchen rassistischen Klischees schwarze Menschen in Deutschland konfrontiert werden und wie man sich als weiße Person nicht verhalten sollte, sondern auch wie Rassismen und der Begriff Rasse an sich durch weiße Wissenschaftler etabliert wurden  – gibts auch als Hörbuch bei Spotify. Das im Podcast genannte rassistische Zitat von Aristoteles stammt aus seinem Werk „Politik“. Die Washington Post erklärt, inwiefern Aristoteles einen großen Teil zu wissenschaftlichem Rassismus beigetragen hat.

Gefahr der Genforschung: Dieser Artikel des Guardian beschreibt, inwiefern Rassismus durch Genforschung wieder Teil der Wissenschaft wird. Auf der Webseite des „wissenschaftlichen“ Journals Mankind Quaterly findet man allerlei kuriose Artikel über höchst fragwürdige Forschungsprojekte im Bezug auf Genforschung, Rasse und Geschlecht – unter vielen anderen auch den Artikel „Sex Differences in Intelligence: A Genetics Perspective“ aus dessen Abstract Taiina zitiert.

 

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