We ruin Verhütung

In Folge 3 sprechen wir über Verhütungsmethoden, mit denen eine ungewollte Schwangerschaft und die Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten verhindert werden sollen. Vor sexuell übertragbare Krankheiten schützen nur Kondome, Femidome und Lecktücher. Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, gibt es etwas mehr Möglichkeiten, zum Beispiel hormonelle Methoden wie die Pille oder die Hormonspirale, Verhütungsmittel aus Kupfer oder Barrieremethoden wie das Diaphragma. Man kann auch den eigenen Körper beobachten und so die fruchtbaren Tage des Zyklus erkennen.

Warum nicht nur Menschen, die schwanger werden können, sich um Verhütungsmittel kümmern sollten, an was für spannenden neuen Verhütungsmitteln geforscht wird (ohne Unterstützung der Pharmafirmen, danke für nichts), warum man Kondome mehr schätzen sollte und wie wir neue Dinge über Hoden lernen, hört ihr hier:

 

Die angemessene Sprache für dieses Thema zu finden, ist uns nicht so leicht gefallen. Schließlich gibt es Frauen, die nicht schwanger werden können und Menschen, die keine Frauen sind, aber schwanger werden können. Es gibt Männer, die keinen Penis haben oder nicht „schwanger machen“ können. Und Menschen, die schwanger werden oder „schwanger machen“ können, aber weder ein Mann noch eine Frau sind. Wir haben keine perfekte Lösung dafür gefunden, aber wir versuchen, das in der Sprache, die wir benutzen, widerzuspiegeln. Sagt uns gerne Bescheid, wenn ihr Ideen habt, wie das besser geht!

Quellen

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle Beratung, die bieten Gynäkolog*innen oder verschiedene Beratungsstellen an. Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) hilft, Beratungsstellen in der Nähe zu finden und bietet für Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten auch eine Online- und Telefonberatung an.

Safer Sex & sexuell übertragbare Krankheiten (kurz STIs): Einen Überblick über STIs hat Pro Familia. Einen Überblick, wie man sich davor schützen kann, hat liebesleben (BZgA). Chlamydien sind eine der am häufigsten auftretenden STIs in Deutschland, kurze, prägnante Fakten dazu gibt es hier. Gegen einige STIs kann man sich auch Impfen lassen. Lecktücher, auch Dental Dams genannt, können beim Oralverkehr mit Menschen mit Vulva verwendet werden, um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Wie wenig geläufig und wie schwierig zu bekommen die in Deutschland aber sind, beschreibt dieser Text von Zeit Campus.

Pearl-Index: Pro Familia erklärt den Pearl-Index, mit dem die Sicherheit von  Verhütungsmethoden angegeben wird. Er bezieht sich nur auf die Verhütung von Schwangerschaften.

Verhütungsmethoden: Einen Überblick über verschiedene Verhütungsmethoden haben Pro Familia, Frauenärzte im Netz oder familienplanung.de von der BZgA. In dieser Folge des Podcasts Eine Stunde Liebe von Deutschlandfunk Nova geht es um verschiedene Themen rund um Verhütung. Es wird insbesondere über die Verantwortung von Männern und Frauen, Nebenwirkungen der Pille und die Anwendung von Lecktüchern gesprochen.

Kondome & Femidome: Kondome und Femidome schützen nicht nur vor Schwangerschaften, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Die richtige Kondomgröße kann man mit einem Maßband und dem Kondometer berechnen. Hier wird erklärt, wie Femidome (Kondome für Menschen mit Vagina) funktionieren. Über besondere Arten von Kondomen könnt ihr hier lesen: „Galactic Cap“ – sitzt nur auf der Eichel und Flügelkondom – soll vor Anwendungsfehlern schützen.

Diaphragma & Portiokappe: In dieser Broschüre von Pro Familia wird erklärt, wie das Diaphragma und die Portiokappe funktioniert.

Nanofasern: Die Deutsche Welle erklärt was Nanofasern als Verhütungsmittel alles können könnten – an diesem Verhütungsmittel wird derzeit geforscht.

Hormonelle Verhütung: Dieser Beitrag von SWR2 beschäftigt sich am Beispiel mehrerer Frauen mit Krankheitsfällen, die durch hormonelle Verhütung ausgelöst wurden.

Antibabypille: Einen Überblick über die in Deutschland am häufigsten verschriebenen Mikropillen, welcher Generation sie angehören und mit welchem Gestagen sie wirken, hat die Techniker Krankenkasse. Es gibt zahlreiche Texte über unterschiedlichste Erfahrungen mit der Pille. Zeit Campus schreibt hier über die Erfahrungen von zwei Frauen und geht dabei auch auf diese dänische Studie zum Zusammenhang zwischen der Pille und Depressionen ein. In einer sehr neuen Studie wurde herausgefunden, dass bestimmte Pillen womöglich das Risiko von Eierstockkrebs verringern.

Nebenwirkungen der Antibabypille: Bei Krautreporter gibt es einen sehr guten Text (leider nicht kostenlos verfügbar), der sachlich über Risiken, Nebenwirkungen und Vor- und Nachteile die Pille aufklärt und sich dafür auf über 70 Studien zur Pille bezieht. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte schreibt über den Zusammenhang von hormoneller Verhütung und Thrombose und Embolie. Zeit Online schreibt über das Thromboserisiko, das durch die Einnahme der Antibabypille erhöht sein kann, den Zusammenhang mit Lungenembolie und den Umgang in Frankreich mit diesem Problem.

Kritik an der Antibabypille: Die SZ beschreibt die Kritik an Pillen der 3. und 4. Generation. Bayer produziert mit Yasmin oder Yaz die erfolgreichste Pille. Mehrere Anwendende werfen dem Konzern vor, wegen dieser Pille Thrombose bekommen zu haben. Die taz hat eine von ihnen getroffen. Auf Twitter haben 2016 Menschen unter dem Hashtag #mypillstory ihre negativen Erfahrungen mit der Pille geteilt, Puls berichtete darüber. Sabine Kray ist eine bekannte Gegnerin der Pille, sie hat unter anderem das Buch „Freiheit von der Pille. Eine Unabhängigkeitserklärung“ geschrieben. In diesem Text in der Zeit argumentiert sie dafür, die Pille abzusetzen und so die Pharmaindustrie unter Druck zu setzen, hormonelle Verhütung für den Mann zu entwickeln. Buzzfeed hat Erfahrungsberichte von Frauen gesammelt, die aufgehört haben hormonell zu verhüten.

Die Geschichte der Antibabypille: 1960 kam die Pille in den USA auf den Markt. Die US-amerikanische Aktivistin und Mitbegründerin von Planned Parenthood Margaret Sanger leistete einen wichtigen Beitrag zur Erfindung der Pille und setzte sich schon vorher für Verhütung und körperliche Selbstbestimmung von Frauen ein. Einen sehr ausführlichen Überblick über ihr Leben findet ihr bei headstuff (englisch). Die BBC (englisch) erklärt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Erfindung der Pille hatte. Die Zeit erzählt anhand von zwei Frauen aus zwei Generationen, wie sie die Einstellung und der Umgang mit der Pille verändert haben. Beim MDR gibt es einen interessanten Vergleich vom Umgang mit der Pille in der DDR und der BRD.

Spiralen: Es wird zwischen Hormon- und Kupferspirelen unterschieden, Infos zu beiden Varianten hat Pro Famila hier zusammengestellt. In diesem Video kann man sich an einer Animation genau anschauen, wie die Hormonspirale Jaydess im Uterus angebracht wird.

Zyklus: Frauenärzte im Netz erklären, was genau beim Monatszyklus passiert. Was genau der Muttermund, Zervixschleim und Körpertemperatur über die Fruchtbarkeit aussagen, wird in dieser Broschüre von Pro Familia erklärt. Teil des Zyklus ist auch die Menstruation, also Regelblutung. Die Menstruationsbeauftragte erklärt, dass es auch noch andere Blutungen geben kann. Im Buch „Ebbe und Blut“ von Eva Wünsch und Luisa Stömer wird mit schönen Grafiken der weibliche Zyklus gut und einfach erklärt. Außerdem geben sie auch einen Überblick über mögliche Verhütungsmethoden.

Verhütungsapps: Wer seinen Zyklus besser verstehen möchte, kann dafür eine Zyklus-App nutzen, in die z.B. Stimmung, Ausfluss und Schmerzen eingetragen werden. Die SZ fasst Vor- und Nachteile von Zyklus-Apps zusammen und betont, dass sie sich alleine nicht als Verhütungsmethode eignen. Chupadadaos (englisch) betont, wie wichtig Datenschutz bei so sensiblen Daten ist und zeigt, dass sich Apps in diesem Aspekt teilweise stark unterscheiden. SWR2 und Deutschlandfunk Nova haben darüber berichtet, dass Verhütungsapps oftmals nicht das halten können, was sie versprechen.

Sexualität und Menschen mit Behinderung: Auch Menschen mit Behinderung machen sich Gedanken über Verhütung. Dabei ist eine intensive Beratung besonders wichtig, wie Profamilia in diesem Infoblatt darstellt. Broadly erzählt die Geschichte von Frauen, die berichten, wie sie zu einer Sterilisation gedrängt und nicht ausreichend über Alternativen informiert wurden. In einem weiteren Artikel geht es um die Dreimonatsspritze und warum diese in Heimen so viel häufiger zum Einsatz kommt.

Geld & Zugang zu Verhütungsmitteln in Deutschland: Die SZ schreibt darüber, wie der Zugang zu Verhütungsmittel für armen Menschen in Deutschland ziemlich schlecht geregelt ist, nämlich gar nicht, nur in einigen Regionen helfen Pro Familia oder die Kommunen aus. Die taz zeigt am Beispiel von Bremerhaven, welche Auswirkungen diese Nicht-Regelung haben kann. Die Grünen wollen das ändern und fordern, dass Empfänger*innen von staatlicher Leistungen wie BaföG, Hartz-IV oder Wohngeld einen kostenlosen Zugang zu ärztlich verordneten Verhütungsmitteln und Kondomen haben sollten, schreibt die taz.

Verhütung weltweit: In diesem Projekt der spanische non-profit Organisation Civio, haben Journalist*innen zu Verhütung weltweit recherchiert und ihre Ergebnisse in diesem sehr guten Mulitimedia-Artikel (englisch/spanisch) zusammen gestellt. Die New York Times (englisch) beschreibt, wie Frauen in China während der Ein-Kind-Politik gezwungen wurden, sich nach der Geburt ihres ersten Kindes eine Spirale einsetzen zu lassen und wie die Regierung nach dem Ende der Ein-Kind-Politik 2016 zwar anbot, diese Spiralen wieder entfernen zu lassen, aber sich nie entschuldigte.

Verhütung & Religion: Zum 50. Geburtstag der Pille fasste die Ärzte Zeitung 2010 die Verbreitung der Pille in verschiedenen Teilen der Welt und die fragwürdige Haltung der katholischen Kirche zu Verhütung zusammen, auch die SZ beschreibt letzteres.

Männer (bzw. Menschen, die „schwanger machen“ können) & Verhütung: Wenn sich Männer aktiv um Empfängnisverhütung kümmern möchten, haben sie momentan die Wahl zwischen Kondomen und Vasektomie, also einer Sterilisation. In diesem sehr guten Artikel beschreibt die taz, was es bisher an anderen Ideen gibt und warum das alles nur so unfassbar langsam voran kommt. Auch mephisto976 hat das in einem kurzen Video anschaulich aufgearbeitet. In der Kolumne „Die Lösung“ des SZ Magazins wird der aktuelle Forschungsstand dazu übersichtlich beschrieben und in der Zeit geht es um die medizinischen und gesellschaftlichen Ursachen dafür, dass es keine „Pille für den Mann“ oder Ähnliches gibt. Im Sat.1 Frühstückspodcast geht es 40 Minuten lang um um Verhütung für den Mann – sowohl medizinische Methoden als auch gesellschaftskritische Aspekte werden besprochen. Dirk Baranek erklärt auf der republica 2018 sehr unterhaltsam das Samenleiterventil (wobei er auch nach Spender*innen sucht, die die weitere Forschung mitfinanzieren). Am Anfang des Videos erklärt er auch nochmal, was und wo eigentlich beim Orgasmus mit Penis, Hoden und Samenflüssigkeit passiert. Einige Männer wollten in den 1980ern nicht auf die Wissenschaft warten und versuchten mit heiße Hodenbädern temporäre Unfruchtbarkeit zu erreichen, ein Beteiligter erzählt hier davon.

Verantwortung: Zeit Campus beschreibt, wie ein Mann zu der Erkenntnis gelangte, dass die ganze Verhütungssache ziemlich ungerecht verteilt ist. Im Spiegel plädiert eine Autorin für gemeinsames Verhüten (in Paarbeziehungen).

 

Kein Verhütungsmittel ist 100% sicher. Deswegen ist der Zugang zu Notfallverhütungsmitteln und sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen so wichtig.

Die Pille Danach sollte nicht als Alternative zu Verhütungsmitteln gesehen werden und nur im Notfall zum Einsatz kommen. Hier wird erklärt wie sie wirkt.

Schwangerschaftsabbrüche & §219a: Die taz berichtet ausführlich über Schwangerschaftsabbrüche und den Streit um §219a, hier wird erklärt, was daran so absurd ist. Im Bundestag blockiert momentan die SPD eine Abschaffung von §219a. Um deutlich zu machen, dass man das nicht okay findet, kann man Andrea Nahles oder den SPD-Abgeordneten aus dem eigenen Wahlkreis einen Brief schreiben. Dafür könnt ihr unseren Brief gerne als Vorlage benutzen.

 

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