We ruin Reisen

In unserer ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema Reisen. Wir drei reisen alle sehr gerne, denn es hat ja auch viele positive Seiten. Wir als Reisende machen neue Erfahrungen, lernen Leute kennen, sehen schöne Städte oder Natur. Zusätzlich kann es auch für den Ort und die Menschen, die an dem betreffenden Ort leben, Vorteile haben. Tourismus schafft z. B. komplett neue Jobs und viele Gewerbe wie die Gastronomie profitieren davon. Aber Tourismus und Reisen im Allgemeinen können auch ganz schön viel kaputt machen. Darum geht es in dieser Folge.

Warum Runterhandeln mit Straßenhändler*innen gar nicht immer geil ist, Philine und Taiina sich manchmal für große Entdeckerinnen halten und die Malediven vielleicht nicht der beste Ort sind, um Müll zu hinterlassen, erfahrt Ihr hier. Lehnt Euch zurück, entspannt Euch bei einem Cocktail am Strand und lasst Euch von uns das Reisen ruinieren.

 

Quellen

Urlaub & Tourismus: Der Deutschlandfunk zeichnet die Entwicklung des Urlaubs nach, die Stiftung für Zukunftsfragen hat einige Statistiken zum Thema Tourismus.

Umwelt: Der WWF stellt Zahlen zu Reisen und Umweltverschmutzung zusammen, außerdem gibt es dort Tipps, wie man es vielleicht besser machen könnte. Diese beiden Artikel vom SZ Magazin und der WELT beschreiben das Müllproblem auf den Malediven. Laras Abfuck-Moment kommt aus dieser Doku des WDR über die Malediven.

Backpackertourismus: „Gringotrails“ ist eine empfehlenswerte Doku zum sich Abfucken und ein bisschen (sehr) schlecht fühlen.

Authentizität: Warum es uns so wichtig ist, authentisch zu reisen, darüber spricht der Soziologe Robert Schäfer in diesem Interview mit dem Spiegel.

Ethnotourismus: An dieser Webseite von chile.travel sieht man, wie das Leben indigener Bevölkerungen zu Tourismuszwecken sehr vereinfacht dargestellt und auf einzelne Klischees reduziert wird. Sie zeichnet ein romantisiertes Bild von authentischen Begegnungen. Man findet aber beispielsweise weder Informationen über den Kampf, den die Mapuche seit Jahren mit der chilenischen Regierung um ihre Grundrechte führen, noch über Proteste auf der Osterinsel gegen Tourismus. Ironischerweise ist die Webseite von der chilenischen Regierung selbst. (Die Osterinsel heißt übrigens Osterinsel, weil der niederländischen Seefahrer Jakob Roggeveen, der am Ostersonntag des Jahres 1722 auf sie gestoßen ist, sie so nannte. Die indigene Bevölkerung nennt die Insel Papa Nui.) In diesem wissenschaftlichen Artikel von Renée Sylvain im American Ethnologist findet man beispielhaft Informationen zu Machtverhältnissen und Unterdrückung im Bereich Ethnotourismus in der Kalahari Wüste. Dieser Artikel von Zeit Online beschreibt, warum Ethnotourismus auf moralischer Ebene problematisch sein kann.

“Armutstourismus”: Wie wir vom Reisen erzählen und wie man es besser nicht machen sollte – die Broschüre “Mit kolonialen Grüßen” ist seeehr zu empfehlen, gerade um nochmal über ungleiche Machtverhältnisse zwischen dem globalem Süden und dem globalem Norden zu reflektieren. Und Philines Abfuck-Moment kommt von dieser Seite eines Reiseveranstalters.

Massentourismus: Eine gute Zusammenfassung von Ursachen und Folgen des Massentourismus in Europa hat die Time (englisch). In manchen (besonders überlaufenen) europäischen Städten und Regionen gibt es extra Abgaben für Tourist*innen, einen Überblick hat Der Standard. Wie Massen an Tourist*innen nicht nur der Umwelt, sondern auch den Sehenswürdigkeiten selbst schaden können, wird im Deutschlandfunk erklärt. Das Reiseportal Fodor’s veröffentlicht seit 2017 eine jährliche “No-Liste”, mit Orten, die man in diesem Jahr vielleicht lieber nicht besuchen sollte.

Städtetourismus: Arte analysiert in der Doku „Tourist Go Home!“ wie sich Dubrovnik, Venedig und Barcelona durch Tourismus verändert haben und wie die Politik damit umgeht. Diese Doku des WDR fasst die Probleme zusammen, die Venedig mit dem Massentourismus hat und zeigt außerdem, wie sich Einwohner*innen dagegen organisieren. In der ZEIT haben Venezianer*innen über die Zukunft ihrer Stadt diskutiert. In der Doku „Bye bye Barcelona“ (spanisch mit englischen Untertiteln) machen verschiedene Personen auf Probleme von Tourismus in Barcelona aufmerksam.

airbnb: Das ist eine Plattform, über die Unterkünfte an Reisende vermietet werden können. Die Vermietenden sind sowohl private als auch kommerzielle Anbieter*innen. Wie und warum viele Städte und deren Einwohner*innen ein Problem mit airbnb haben, zeigt zum Beispiel dieser Artikel im Guardian (englisch) oder diese Doku des WDR. (Diese Doku ist Teil eines WDR-Spezials zum Thema „Kritisch Reisen“, es gibt hier auch noch mehr Dokus dazu.) Der Geographical (englisch) zeichnet die Erfolgsgeschichte von und Kritik an airbnb nach. Um gegen illegale Unterkünfte in Barcelona vorzugehen, gibt es eine Website, auf der man als Tourist*in überprüfen kann, ob eine Unterkunft legal ist.

Nachhaltiger Tourismus: Das World Economic Forum (englisch) stellt sich die Frage, ob und wie Tourismus nachhaltig sein kann und bezieht sich größtenteils auf wirtschaftliche Fraktoren. Bei fairunterwegs kann man sich vor einer Reise grob informieren, was man beachten sollte, um fair und möglichst umweltfreundlich unterwegs zu sein.

Costa Rica: Der Stern bewertet Tourismus in Costa Rica sehr positiv, bei tourism watch geht es etwas kritischer um den Umgang mit Kreuzfahrttourismus in Costa Rica.

Bhutan: Das kleine Land im Himalaya hat ein etwas anderes Tourismuskonzept. Das erklärte Staatsziel ist es, nicht primär das Bruttosozialprodukt zu steigern, sondern das Bruttoglücksprodukt. Wie das aussieht und was man daran kritisieren kann, hat der Spiegel erklärt. Die Berliner Zeitung hat mit dem Leiter des bhutanischen Gross National Happiness Center gesprochen.

Pilgertourismus: Deutschlandfunk Kultur schaut sich an, wie sich Pilgerwege wie der Jakobsweg durch Tourismus verändert haben.

Alpen: In den Alpen, wo viele Menschen vom Tourismus leben, zeigt sich das Dilemma zwischen Tourismusförderung und Umweltschutz, wie die ZEIT in diesen beiden Artikeln beschreibt.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s